Familienhunde

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Besitzer: Fam. Kronberger/Duscher

Unser Bienchen stammt aus dem A-Wurf, sie war die einzige Hündin unter 7 Rüden und die Erstgeborene. Laut quäkend machte sie auch gleich nach der Geburt klar, dass hier die Kronprinzessin und der allererste lobito azul auf dieser Erde geboren wurde, was ihr ja wohl einen Sonderstatus verleihen muss! Auch beim Hetzen ist sie übrigens “sichtlaut”, eine Eigenschaft, die angeboren ist und vielen Jagdgebauchshunden angezüchtet wurde.
Tja, und eine kleine Prinzessin ist sie geblieben, sie hält seit Februar 2012 bei Michaels Familie Hof, verbringt aber auch gerne für’s Training Zeit bei uns. Der Windhundsport ist eine gemeinsame Leidenschaft geworden und so freuen wir uns immer auf kleine Familientreffen bei den Coursings mit Mama, Papa, Onkel, Cousine und Geschwistern.

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Abeja bedeutet übersetzt Biene und ich finde, das passt sehr gut zu ihr. Sie ist eine kleine, aber sehr substanzvolle Hündin (45cm/10kg) mit einem großen Arbeitseifer, die sich aufgrund ihres jungen Alters noch ein wenig zu leicht erregt und dann beim Coursing gerne die Inneneinrichtung des Autos umgestaltet, so man sie nicht sicher verwahrt ;)
Sie reagiert sehr sensibel auf Stimmungen und möchte immer gefallen und im Mittelpunkt stehen, was die anderen Hunde mit einem unglaublichen Gleichmut dulden. Besonders Mama Enya lässt ihrer einzigen Tochter jeden Unsinn durchgehen und geht noch immer voll in ihrer Mutterrolle auf.
Das Wurfmotto “Strength & Beauty”, also “Kraft/Stärke & Schönheit” zeigt sich nicht nur bei ihr in Perfektion und wir sind sicherlich mit Recht sehr stolz auf unseren ersten Wurf aus Enya und Nash.

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Bei ihrem 2. Coursing im Alter von fast 20 Monaten erreichte unser fleißiges Bienchen trotz Nachhitze bereits ein ResCACIL, das slowenische ResCACL und wurde zweitbester Hund des Tages aller Rassen von 45 Hunden. Aber auch auf Ausstellungen kann sie bestehen, bei ihrer ersten CACIB in Salzburg holte sie sich souverän in der Zwischenklasse ihr V1 mit CACA.
Wir sind gespannt, welche Erfolge sie uns noch beschert!

Seit Mai 2013 hat unser Bienchen auch eine kleine Schwester – Baharí de Lobito Azul!

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5 Monate

Baharí ist eine süße, zarte Zuckerpuppe (44cm/9kg) mit Paprika im Hintern, die durchaus anspruchsvoll zu führen ist und jeden Lügen straft, der behauptet, Whippets wären reine Sichtjäger. Bei der Spurensuche ist sie ganz groß! Oma Thaya hat sie offenbar noch gut angelernt ;)
Auch im Sport muss sie sich vor den viel massigeren Konkurrenten nicht verstecken und zeigt hier, dass Muskeln bei einem Whippet nicht alles sind.

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Besitzer: Sieglinde Hofer

Vivid ist ein Silken Windsprite (von einigen auch Langhaarwhippet oder Longhaired Whippet genannt) und zog am 1. August 2009 im Alter von exakt 2 Monaten bei mir ein. Sie stammt aus einer deutschen Zuchtstätte und heißt mit vollem Namen “Spirit of Chayenne Apricot Charme”, ihre Mutter ist eine Importhündin aus dem Claybrook-Clan (Silken Windsprite/Whippet-Hybrid in F2) und ihr Vater ein sehr typvoller deutscher Golden Nugget’s (ebenfalls F2).
Trotz dieses hohen Anteils an Whippetgenen ist sie so ganz anders als meine Whippen, natürlich anatomisch auch unter ihrem dicken Fell, aber vor allem im Wesen. Sie entspricht charakterlich wohl genau dem Idealbild des Silken Windsprites und es macht großen Spaß, mit ihr zu arbeiten. Sie hat mit meiner Mutter, bei der sie seit Anfang 2010 lebt, die Therapiehundeprüfung für Junghunde und später mit mir die “große” Prüfung abgelegt. Beim Agility erwies sie sich als unfassbar lernfähig und lerneifrig, am liebsten hat sie aber ihr Frisbee.
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Die Silken Windsprites haben mich schon lange vor den Whippets beschäftigt, Mitte der 2000er stolperte ich im Internet erstmals über diese Rasse, war von den Streitigkeiten in der Szene jedoch stark abgeschreckt. Irgendwann entschloß ich mich dann doch dazu, meinen Beitrag zur Entwicklung dieser wundervollen Rasse zu geben und erwarb Vivid, trat davor bereits dem deutschen SWC bei, registrierte eine Zuchstätte, gründete im weiteren Verlauf den SWCA (Silken Windsprite Club Austria) unter einem sehr strengen Reglement und das Silken Windsprite-Forum. Letztlich half alles Engagement nichts, im Gegenteil, die Lage spitzte sich zu und ich zog mich gänzlich zurück. Manchmal fragen mich natürlich noch Menschen nach diesen Hunden und dann gebe ich meinen Senf dazu ;)

Daher möchte ich folgenden Text von meiner alten Homepage reaktivieren:
Der Silken Windsprite (auch Longhaired Whippet) ist ein whippetähnlicher, mittelgroßer Windhund mit längerem Fell und eine relativ neue Rasse. Er entstand aus Whippets und Shelties, deren genetisches Erbe, der MDR1-Defekt, Zeugnis für den Rasseursprung ablegt.
In den USA werden sie seit 1958 gezüchtet, seit 2004 in Deutschland unter dem SWC (Silken Windsprite Club)*. Die Papiere der Welpen werden meist vom ILWC (International Longhaired Whippet Club) ausgestellt, eine Registrierung erfolgt zusätzlich im Zuchtbuch des jeweiligen Vereins.
Auf einigen Informations- und Vereinsseiten über diese Rasse wird auf die LWA (Longhaired Whippet Association) verwiesen, dies ist jedoch etwas irreführend.
Die LWA distanziert sich ausdrücklich vom ILWC bzw. SWC, deren Hunden und damit von allen (!) europäischen Hunden, denn diese stammen ausnahmslos aus ILWC- und ursprünglich SWC-Zuchten. Siehe Artikel “Background”.
Laut LWA entstand der Longhaired Whippet nicht durch Einkreuzung einer anderen Rasse, sondern durch ein rezessives Langhaar-Allel, dessen Existenz allerdings nie nachgewiesen werden konnte. Auch die Erklärung für das Auftreten des MDR1-Defekts bleibt man in dieser Version schuldig, denn der Whippet ist davon nicht betroffen. Die CEA, die in dieser Rasse ebenfalls sehr verbreitet ist, spricht ebenfalls ohne Zweifel für die Hütehundabstammung.
In der Tschechischen Republik und der Slowakei ist die Rasse bereits national anerkannt und wird im CMKU unter den Bedingungen der FCI gezüchtet, jedoch befindet sich eine volle Anerkennung durch die FCI nach wie vor in weiter Ferne. Das bedingt ein gewisses Chaos in den Vereinen und Clubs, von denen es fast schon ein Dutzend gibt bzw. stehen in Wahrheit lediglich die Streitigkeiten der Vereine der Anerkennung im Wege.
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Das Wesen des Silken Windsprites unterscheidet sich durch sein Hütehund-Erbe in einigen Punkten vom Whippet, von denen ich die wichtigsten nennen möchte:
Hier wäre der oft wenig ausgeprägte Jagd- und Hetztrieb und der deutlich vorhandene “will to please” zu erwähnen, der diese Hunde im Alltag und Freilauf leichter zu führen macht.
Sie sind lernbegierig und ausdauernd, besonders Hundesport wie Agility, DogDance und Breitensport ist für sie sehr gut geeignet. Auch längere Wanderungen, Wanderritte oder Fahrradtouren (bitte immer an die Kondition, das Alter und den Gesundheitszustand angepasst!) sind durchaus möglich.
Ihre Muskulatur ist anders aufgebaut als beim Whippet, der als Sprinter für kurze Zeit extrem hohe Geschwindigkeiten erreicht und gut sichtbare, runde Muskeln (liebevoll “Packerl” genannt) besitzt.
Die Muskulatur beim Silken Windsprite ist länglich, ein gut trainierter Silken wirkt insgesamt sehniger. Der Vergleich zwischen Kraft- und Ausdauersportlern hinkt hier nicht.
Trotzdem sind sie natürlich im Haus angenehme, ruhige Mitbewohner, die gerne die Couch und das Bett erobern, jedoch nicht so stur wie ein Whippet darauf bestehen. Dies lässt sich auf alle Lebensbereiche übertragen, Silken Windsprites sind in der Regel gut mit sanfter Hand zu erziehen und brauchen kaum eine 2. Aufforderung, reagieren sehr sensibel auf Reize und ziehen sich bei Reizüberflutung lieber zurück. Bei fremden Menschen zeigen sie anfangs gerne Zurückhaltung und sie neigen besonders im Spiel zu Lautäußerungen – sprich, sie bellen.
Flitzen mit Artgenossen ist für sie das Schönste im Leben, getreu dem Motto: “Die Seele eines Windhundes will laufen!”
Da sie sehr sozial sind und Körperkontakt mehr benötigen als “andere” Rassen, bietet sich die Haltung von 2 oder mehr Silken Windsprites (oder anderen kleinen Windhunden) geradezu an. Silken Windsprites sind keine Hunde, die man draußen oder im Zwinger hält, auch nicht vorübergehend. Sie brauchen Familienanschluss und ihr menschliches Rudel.

Festhalten möchte ich hier, dass alle Silken Windsprites/Longhaired Whippets, ganz unabhängig von der Vereinszugehörigkeit ihres Züchters, eben nicht einfach eine Varietät des Whippets sind, sondern eine eigenständige Rasse mit vielen Unterschieden. Daher ist für mich der Name Longhaired Whippet oder Langhaarwhippet abzulehnen.
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*Stand März 2013: Es gibt in Deutschland mittlerweile 2 Vereine, die den Silken Windsprite betreuen und mindestens 3, die sich dem Langhaarwhippet verschrieben haben. Die Vereinszugehörigkeit der Züchter wechselt in unterschiedlichen Abständen, aus Silken Windsprites werden Langhaarwhippets und umgekehrt. Ich persönlich sehe das sehr kritisch, da ohne gute Zusammenarbeit die Entwicklung der Rasse stark gefährdet ist.
Wünschen würde ich mir endlich eine Anerkennung für diese Rasse, dazu wäre es aber notwendig, dass alle an einem Strang ziehen…
*Stand Oktober 2014: Der Silken Windsprite ist nun eine national anerkannte Rasse und wird in Deutschland unter dem DWZRV/VDH/FCI gezogen! :D