Regenbogenbrücke

Grün ist die Farbe der Hoffnung und Grün ist Thayas Farbe.

Geboren wurde Thaya irgendwann um das Jahr 2000 auf Mallorca, ihr Leben war bestimmt von der Jagd im Rudel, hauptsächlich auf Kaninchen, dem Training dafür und viel „freier“ Zeit.
Auch Mutter muss sie mehr als einmal gewesen sein, ihr Körper und ihr souveränes Verhalten gegenüber den Welpen zeigen dies deutlich.
Sie ist eine fantastische und fanatische Jägerin, die sowohl mit den Augen als auch mit der Nase jagt. Doch irgendwann wurde sie unbrauchbar und ihr Besitzer entsorgte sie zusammen mit 2 Rüden, die ihr zum Verwechseln ähnlich sahen, in der berüchtigten Tötungsstation Son Reus. Vielleicht waren es Geschwister, vielleicht Kinder, es wurden keine Angaben gemacht und Impfpässe oder sonstige Dokumente gab es sowieso keine.
Ein deutscher Verein kaufte sie vor Ablauf der Frist frei und Anfang April 2007 kam sie schließlich zu mir.

Gebrochener Körper, gebrochene Seele.

Sie brauchte über ein Jahr, bis sie sich wirklich öffnen konnte, aber seitdem macht sie riesige Sprünge. Die autistischen Phasen, wenn sie ganz tief in ihre eigene Welt abtauchte und für mich gar nicht mehr zu erreichen war, bleiben seit damals aus.
Außenstehende merken ihr heute nicht mehr viel an, sogar ihre Angst vor Fremden, insbesondere Männern, hat sich weitestgehend gelegt. Nur mit unruhigen Kindern, geifernden Schäferhunden und Heißlufballons wird sie wohl in diesem Leben nicht mehr warm, aber das muss sie auch nicht.

fs_p003_9_56

Natürlich brachte mich diese passionierte und erfahrene Jägerin an meine Grenzen, oft habe ich an meiner Entscheidung gezweifelt, stand verzweifelt vor einem neuen Problem. Aber es hat sich 100-fach gelohnt und sie zahlt es mir jeden Tag 1000-fach zurück. Sie ist ein echter “Verlasshund” geworden, meine rechte Hand im Rudel, auf die ich immer zählen kann.

Aus Sorge um ihre ohnehin schon angeschlagene Gesundheit habe ich sie nie beim Coursing oder auf der Rennbahn starten lassen. Ich bereue das kein bisschen, denn dafür lebt sie hier in einer Freiheit, die wohl nicht viele Hunde in unseren Breiten genießen dürfen.

20

Vertrauen – und die Hoffnung, dass unsere gemeinsame Zeit noch lange dauert.

Nachtrag Oktober 2013: Am 17. Oktober 2013 musste ich endgültig Abschied von meiner geliebten Thaya nehmen. Sie hat mich genau 6,5 Jahre auf meinem Weg begleitet und jeder einzelne Moment davon war wertvoll, sie hat mir jeden Tag so unendlich viel gegeben. Und ich habe ihr bis zum Schluss das zurückgegeben, was ich konnte.
Sie schlief friedlich Zuhause vor dem warmen Kachelofen ein, mit Leberwurst im Mäulchen und meiner Hand als Stütze. Im Frühling werden die Buschwindröschen und die Leberblümchen über ihrem Grab blühen und sich die Hasen dort tummeln. Das hätte ihr gefallen :)

Thaya war mein Seelenhund und die Erinnerung an sie wird in mir weiterleben. All die Freude, aber auch der Schmerz, das Glück und das Leid. Nun ist alles eins und “meine” Thaya wirklich frei.
Und eine Erkenntnis zeigt mir, dass alles gut war und ist: Ich bereue nichts. Könnte ich die Zeit zurückdrehen, ich würde mich immer wieder für sie entscheiden – für das ewig hungrige Muskelpaket, das süßeste Erdferkel und die größte Jägerin unter der Sonne, für meine beste, tapferste, einzigartige Thaya-Maus, für meine treueste Seele.
Danke, dass du dein Leben mit mir geteilt hast!

Seit Mai 2013 hatte unser Bienchen auch eine kleine Schwester - Baharí de Lobito Azul!

_MG_1938 (640x419)
5 Monate

Baharí ist eine süße, zarte Zuckerpuppe (44cm/9kg) mit Paprika im Hintern, die durchaus anspruchsvoll zu führen ist und jeden Lügen straft, der behauptet, Whippets wären reine Sichtjäger. Bei der Spurensuche ist sie ganz groß! Oma Thaya hat sie offenbar noch gut angelernt ;)
Auch im Sport muss sie sich vor den viel massigeren Konkurrenten nicht verstecken und zeigt hier, dass Muskeln bei einem Whippet nicht alles sind.

Baharí verstarb am 24. Oktober 2019 vollkommen unerwartet und plötzlich, die Untersuchungsergebnisse der Pathologie deuteten auf ein Blutgerinnsel in der Leber hin. Für uns alle war das ein Schock, den wir nur schwer verarbeiten können. Sie war bis dahin keinen Tag krank und noch wenige Stunden vor ihrem Tod fröhlich und verspielt, genoss ihren 1 1/2-stündigen Spaziergang. Solche Ereignisse erschüttern immer wieder zutiefst, gehören aber leider zum Leben dazu. Es ist zumindest mir ein kleiner Trost, dass sie vom ersten bis zum letzten Atemzug von uns allen geliebt und umsorgt war und nie Leid erfahren musste.
Schlaf gut, kleine Wachmaus. Du bleibst immer in unseren Herzen.