Enya & Buddy

Unsere beiden ältesten Whippets tauchen eigentlich nur im Doppelpack auf, was ihnen den gemeinsamen Rufnamen “die Whippen”, “Twins” oder eben “Zwillinge” eingebracht hat.
Geplant war es nicht, gleich 2 Welpen (und noch dazu äußerlich so ähnliche) aufzunehmen, und überhaupt waren wir ja eigentlich an diesem 18. Oktober nur zum Kennenlernen der Zuchtstätte bei Katja und Christian Herschke in Grabenstätt am Chiemsee. Wie es dann doch dazu kam, dass vetpet Bo und Buddy gemeinsam hier einzogen…lässt sich heute nicht mehr genau nachvollziehen ;)

Wie auch immer, geboren wurden sie am 2. September 2008, am 2. November durfte ich sie abholen.
Ich war ihnen vom ersten Moment an völlig verfallen, verliebt in diese wundervollen, zarten Geschöpfe. Sie sind meine Seelenhunde und ich kann Stunden damit verbringen, sie zu beobachten. Schon als Welpen strahlten sie so viel Weisheit und Erhabenheit aus, dass man oft vergaß, wie jung sie eigentlich noch waren.

Die kleinen Fabelwesen schliefen in der ersten Nacht bereits 10 Stunden durch und waren, bis auf wenige Ausrutscher die meiner Inkonsequenz zu schulden sind, vom ersten Tag an stubenrein.
Sie lieben alles auf dieser Welt und wurden mit einer gehörigen Portion Urvertrauen ausgestattet, für sie gibt es nichts Schlechtes im Leben.
In der Hundeschule verblüfften sie die anderen Kursteilnehmer und Trainer mit ihrer Unerschrockenheit und Folgsamkeit, wenn sie denn mal aufgetaut waren. Im wahrsten Sinne des Wortes, sie froren nämlich auch mit Mäntelchen in den ersten Minuten erbärmlich.
Beide waren körperlich sehr frühreif, mit etwa 14 Wochen begann der Zahnwechsel und mit 6 Monaten waren sie in der Höhe ausgewachsen. Nur die Läufigkeit ließ bei Enya 15 Monate auf sich warten, so wie bei ihrer Mutter, Großmutter, Urgroßmutter und Ururgroßmutter – meine Linie kenne ich genau ;)

Die Namensfindung gestaltete sich schwierig, Buddy wollte nicht auf den von mir auserwählten Namen Azrael hören und so blieb es nach einigen Wochen doch bei Buddy. Genau genommen beschreibt dieser Name ganz wunderbar seinen Charakter, Buddy ist der Kumpel-Typ unter den Hunden, immer fröhlich, immer gut gelaunt und für jede Unternehmung zu haben. Dabei schaut er so (treu-)herzig, man könnte ihn den ganzen Tag knuddeln. Mein Baby Buddy.

Mittlerweile ist ja nun auch der Wurf seiner Schwester, unser A-Wurf, eine Weile auf der Welt und es ist tatsächlich so, dass ihm die meisten seiner 7 Neffen charakterlich ausgesprochen ähnlich sind. Mich freut das natürlich ganz besonders :)

Buddy war von Beginn an sehr erpicht darauf, mit mir zu arbeiten und erwies sich als überaus intelligent. Am 3. Tag übten wir bereits das Ablegen und Bleiben mit Clicker (Sitz und Platz hatte er am Tag zuvor in 3 Minuten erlernt). Im Kopf war er immer viel weiter als andere Welpen in seinem Alter.
Mit 3 Monaten begann er, im Garten gezielt das Beinchen zu heben, mit 4 Monaten öffnete er alle Türen im Haus, mit 5 Monaten auch die senkrecht gestellten Türgriffe. Keine Schublade, kein Reißverschluss, keine Tupperdose und kein Brotkasten sind vor ihm sicher.
Buddy hatte bis zum Alter von 2 Jahren keinen besonders ausgeprägten Jagdtrieb, er war immer mehr der Mitläufer und ließ einen Hasen für ein Gutti auch mal einfach Hase sein. Lieber jagte er Frisbees und Kongs, apportierte aufs Feinste aus dem Wasser in die Hand, auch weit außerhalb der Badesaison.

Wie war das gleich mit den Windhunden, dem Wasser und dem Gehorsam?
Vielleicht ist Buddy auch einfach nur ein ganz besonderer Windhund.

Sein Debüt auf der Rennbahn lief mit 13 Monaten eher mäßig, nach wenigen Metern fand er das Flatterdings uninteressant und kehrte freudig zurück zu seiner „Mama“…
Bei seinem ersten Coursing 12 Monate später sah die Sache dann ganz anders aus, er errang gleich mal einen Stockerlplatz und seitdem war er immer gut platziert. Man merkt, dass die Hasijagd ein wunderbares Spiel für ihn ist, das er sehr genau von der echten Jagd unterscheidet – bei der er mittlerweile auch alles gibt, jedoch deutlich leichter zu kontrollieren ist als sein Schwesterchen.

Buddy hat außerdem im Alter von 22 Monaten im ersten Anlauf die 3-tägige Abschlussprüfung zum Therapiehund erfolgreich bestanden und ist uneingeschränkt zugelassen.
Einseitiger Kryptorchismus, ein großes Problem bei Whippets, führte leider bei ihm zu einer Kastration, die ich nach heutigem Wissen so allerdings nicht mehr durchführen würde.

 

“Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust…”

Bo taufte ich um auf Enya, was mit der Bedeutung “kleines Feuer” oder “die Feurige” genau ihr Wesen trifft.
Sie ist der typische Windhund, unabhängig, freiheitsliebend, edel, verschmust, willensstark und mit einem wahrhaft feurigen Temperament ausgestattet. Manche würden meinen, sie ist ein stures Luder ;)
Ich liebe sie dafür. Enya ist ein Traum von einem Hund, wenngleich sie mich in ihren ersten Lebensjahren ordentlich forderte.

Enya hat eine enorme Sprungkraft und Ausdauer, mir blieb wörtlich der Mund offen stehen, als sie mir mit 12 Wochen aus dem Stand auf die immerhin 109cm hohe Arbeitsplatte sprang, auf der ich gerade ihr Futter zubereitete. Selbst unser 2,10m hoher Zaun ist für sie heute kein Hindernis mehr, wenn sie hört, dass ich alles zum Training vorbereite. Und es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass sie die Schnellste im Rudel ist.

Mit zum Paket gehört eine gute Portion Jagdtrieb, wie es sich für einen Windhund eben gehört.
Windhundsport ist ihre Disziplin, doch sieht man deutlich, dass sie den Plastikbändern nie 100% ihrer Energie und Aufmerksamkeit schenkt.
Sie ist mit jeder Faser ihres Körpers ein echter Arbeitshund, darin ähnelt sie Thaya sehr. Ihren Arbeitswillen zeigt sie gerne auch in anderen Sparten, Hauptsache Action, Bewegung, Leistung. Sogar Obedience betreibt sie mit großem Eifer.
Zugleich kann sie unheimlich sanft sein, katzenhaft und, ja, auch treu.
Durch ihre Augen kann man auf den Grund ihrer Seele blicken…meint man ;)

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Auch Enya hat sehr erfolgreich an der Abschlussprüfung zum Therapiehund teilgenommen und sie souverän im ersten Anlauf gemeistert, sie ist uneingeschränkt zugelassen.

Ihr einwandfreies Wesen, ihre Selbstsicherheit und ihren Ehrgeiz hat sie an ihre Welpen weitergegeben, die zu einem großen Teil schon jetzt sehr erfolgversprechende Sportler sind, auf jeden Fall aber geliebte Partner.

Shooting mit Lisa Breckner von Amazing Paws im April 2011: